15 Aug 2011

Wenn Wölfe Kreide fressen

Submitted by ebertus

Der gemeine Konservative, der intellektuelle Konservative, der Wertkonservative - Panik, wohin man schaut. Die Geister, die sie im alternativen Sachzwang  riefen, diese Geister aus der Gruft schicken sich nun an, die eigenen Eltern zu fressen. Es dämmert denen, bis auf einen "Freie Bürger, freie Fahrt" FDPler vielleicht, dass der Rollback in das Mittelalter nur sehr wenige Sieger kennen wird.

Die Tatsache, dass der als eine Initialzündung des Innehaltens, des notwendigen Nachdenkens fungierende Text des Thatcher-Biographen Charles Moore bereits vor den Unruhen in England entstand, dieser schlichte Fakt gibt dem Ganzen nicht nur die Aura einer beinahe selbsterfüllenden Prophezeiung, darüber hinaus gar einen absolut seriösen Rahmen. England ist überall; morgen...

Frank Schirrmacher ist sichtlich erschüttert und Peter Sloterdijk schweigt (noch). Es dämmert, langsam und wohl nicht vollkommen freiwillig in der Akzeptanz. Prekariat als Standardexistenz, zunehmend auch für die Kinder der Mittelschicht; das dämmert, das tut weh. Und Schirrmacher sucht und findet in der CDU einen Schuldigen, verantwortlich für den Verfall bürgerlicher Werte, wie er, Schirrmacher, sie definieren mag. Mit der Rolle, dem Verhalten des Bundespräsidenten liegt er dabei wohl nicht vollkommen falsch und Teufel gegenüber Ackermann eher das geringere Übel.

Constantin Seibt so scheint mir, ist näher d'ran an der schrecklichen Wahrheit. Nicht zuletzt in Notzeiten sucht das Volk Schutz und Führung bei Heilsbringern, bei der Religion, in den einfachen Dingen. Die Regierungen (des westlich-christlichen Abendlandes) scheinen hilflos, sind es wohl auch. Der Status als Marionetten, als Befehlsempfänger der Mächtigen, der fast alles Besitzenden ist nicht mehr zu verheimlichen. Was dort in den USA sich entwickelt, gar auf fruchtbaren Boden fällt, ist ein religiöser, ein sektiererischer Fundamentalismus, dessen Gefährdungspotential - nicht zuletzt wegen der wirtschaftlichen und militärischen Potenz - weit über alles hinaus geht, was uns an Bedrohung der christlich-abendländischen Leitkultur durch Islamisten, die ultimative Inkarnation des Bösen politisch-medial immer wieder und oft sehr subtil nahegebracht wird.

Es lohnt sich, gegen die neue Rechte anzutreten: Sie sind keine konservative Partei, sondern eine revolutionäre. Sie sind eine Gefahr für die Wirtschaft. Sie sind Totengräber der Mittelklasse. Und Verbündete einer neuen Oligarchie des Geldes. Sie sind die Feinde der Zivilisation.

Es wird uns mehr als nur tangieren ...

Feindbilder

Stimme dir zu. Um der sehr realen Gefahr zu begegnen, müssten sich alle demokratischen Kräfte, egal ob links, rechts grün oder gelb, gemeinsam gegen die Revolution und gegen das Abrutschen stemmen. Utopisch? Leider! LG Marc

Wohl utopisch,

dennoch was bleibt? Ein langer Atem,wie im folgenden Text abschließend gefordert. Habe das bislang nur quer gelesen, weil ja auch die herkömmlichen Parteistrukturen (auch oder gerade die der Linken) nicht unbedingt so überlebensfähig sind. Mehr als Aufrüstung im Kopf sowie die gezielte Teilnahme an öffentlichen Protesten kann man kaum sinnvoll betreiben.

http://www.dielinke-bremen.de/fileadmin/user_upload/Texte_Kultur/Spehr_N...