31 Mär 2019

Impara l'italiano - Italienisch lernen - Lern Italian

Submitted by Bernd

Seit gut zwei Monaten lerne ich "online" italienisch. Es wurde hohe Zeit, nachdem ich doch seit Anfang 2016 mehrmals im Jahr in Italien bin. Und warum die Überschrift hier dreisprachig angelegt ist, das wird sich im Laufe des Blogtextes noch klären.


Klar, ein Sprachkurs vorort wird wohl noch folgen, wenngleich und meinem Alter geschuldet mit Sicherheit kein sogenannter Crashkurs. Eher etwas für die 50+ Generation, vormittags einige Unterrichtseinheiten und nachmittags Kulturprogramm. So etwas gibts, habe ich für Turin bereits die entsprechenden Angebote gesichtet.

Ansonsten, früher mit Lehrbuch und Cassete, später CD, so lernte man "at home" eine Sprache; oder ging zur Volkshochschule; bei entsprechenden finanziellen Möglichkeiten auch in eine private Sprachschule. Oder über den Arbeitgeber, hatte ich Ende der 80er diese Möglichkeit, musste das wegen dringender und gleichzeitig finanziell lukrativer Projektarbeiten dann doch etwas schleifen lassen; schlußendlich beenden.

Nun also, rund dreissig Jahre später und aus gegebenem Anlaß ein Neuanfang. Seit dem Frühjahr 2016 bin ich nun mehrmals im Jahr in Italien. Ein Jugendfreund ist in den 80ern dorthin ausgewandert, hatten wir anschließend eher nur sporadischen Kontakt. Heute nun sind wir beide im (verdienten) Ruhestand, stehen unsere Kinder auf eigenen Füßen, haben wir beinahe alle Zeit der Welt und Anfang 2016 die gemeinsame Liebe zum Bergwandern entdeckt. Der Jugendfreund wohnt in einem kleinen, vom großen Tourismus noch nicht übernommenen Bergdorf in der Valle Maira, im südlichen Piemont, der Provinz Cuneo.

Und spricht natürlich fließend italienisch, der Freund; stehe ich oft ganz schön blöd daneben ...

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Wie nun anfangen? Wenn man in der Suchmaschine seine Wahl "italienisch lernen" eingibt, dann bekommt man einen Strauß an primär kommerziellen Angeboten. "Babbel" sticht nicht nur dort, sondern auch auf vielen anderen Webseiten durch einen fast schon so zu nennenden Werbeoverkill hervor. In Testberichten kommt Babbel recht gut weg - wie die trappsenden Nachtigallen vermelden ... Besser allerdings noch "Rosetta Stone"; ist dann auch gleich noch wesentlich teurer als Babbel.

Hier, diese fünf Anbieter sind es für mich (vorerst?) nicht geworden, wollte ich als älterer Mensch mich einfach mal sprachlich etwas bewegen, reinschnuppern; und das ohne Bindung, ohne Kosten. Als beinahe Ironie der Geschichte kam ich dann gar via dieser (eigentlich) Werbeseite für Babbel auf eine nette Alternative. Etwas weiter unten werden die didaktischen Konzepte angesprochen; und neben dem Babbel didaktisch (angeblich) überlegenen Rosetta Stone kommt ein Hinweis auf das didaktisch wohl eher einfach gestrickte Duolingo.

"Duolingo ist genau das Gegenteil zu Rosetta Stone und Babbel, wenn es um die Didaktik und die verwendete Lernmethode geht, die bei uns nicht so gut abgeschnitten hat. Dafür ist Duolingo in Sachen Preis (komplett kostenfrei) unschlagbar. Allerdings ist aus unserer Sicht sinnvoller die 5 – 10 Euro im Monat in Babbel zu investieren und einen didaktisch besseren Sprachkurs zu erhalten."


Ist wohl irgendwann mal im Dunstkreis von Google entstanden (der Google-Translater nutze ich auf dem Smartphone) und scheint genau das zu sein, was ich zum reinschnuppern brauche. War schon immer eher autodidaktisch unterwegs und will doch mal schauen, wie weit ich komme, ohne an die Hand genommen zu werden. Das Internet bietet noch viele, viele selektive Unterstützung zu einzelnen Themenbereichen beim italienisch lernen; und mir selbst einiges Lernmatarial aufzubereiten, das dürfte nicht unmöglich sein.

Also gleich mal duolingo.com aufgerufen; und wenn der Browser richtig konfiguriert ist, dann erscheint die deutsche Startseite. Ok, als deutscher Muttersprachler kann ich, darf ich lediglich englisch, spanisch und französisch lernen; italienisch leider nicht. Oben rechts, dann eher links neben dem Anmeldebutton kann man die Ausgangssprache, die Muttersprache wählen. Also mal auf das mir halbwegs vertraute "English" umgeschaltet und voila ... nun darf ich auch italienisch lernen.

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Also dann mal angemeldet, reingeschaut und die ersten Übungen absolviert. Klar, was die angeblich nicht so tolle Didaktik angeht, da fehlt mir jeglicher Vergleich. Das Ganze besteht wohl aus einzelnen Kursen bzw. (Themen)bereichen, die nach den ersten (Basics 1 und 2) bereits durch ihre Namen zu erkennen geben, sprich: worum es bei ihnen geht. (Phrases, Food, Animals, Plurals, Possesion etc.); und bis auf die beiden Basics erst mal angegraut, nicht aufrufbar. Nach unten ist alles grau, aber man kann zumindest die Überschriften der vielleicht 70 oder 80 Kurse lesen. Diese, durch den jeweiligen Namen erkennbar, wechseln zwischen basalen Begriffen (Food, Animals, Clothes etc.) und deren grammatikalischer Einbindung.

Jeder Kurs besteht aus fünf Ebenen (Level) und auf jeder Ebene sind mehrere Unterrichtseinheiten (Lessons) zu absolvieren; manchmal nur vier bis sechs, manchmal auch zwanzig bis dreissig, im Einzelfall gar noch mehr. Wenn man alle Unterrichtseinheiten einer Ebene absolviert hat, dann kommt man auf die nächste. Die oberste, die fünfte Ebene ist dem reinen (auch mehrmaligen) Wiederholen vorbehalten.

Die Lessons selbst bestehen dann jeweils aus sechs bis acht  einzelnen Frage- und Antwortspielen, in auszuwählenden Optionen (Multiple Choice) und in dem Ergänzen fehlender Wörter, dem plazieren einzelner Wörter zu kompletten Sätzen; natürlich in der richtigen Satz/Wortstellung. Der Dialog erfolgt in der Regel am Bildschirm und ist bislang meist in englisch; wobei in den höheren Themenbereichen das Italienische dann durchaus schon stärker wird. Fehler werden sofort benannt und man tut gut daran, die immer angegebenen richtigen Antworten ggf. mitzuschreiben; werden fehlerhafte Antworten innerhalb der Lesson später neu als Frage aufgeworfen. Schwierig wird es manchmal, wenn die Aufgabe darin besteht die nicht selten via der Lautsprecher und in italienisch überbrachten Worte und Sätze (type what you hear) einzugeben. Hilfreich ist dabei die Funktion, das grundsätzlich in italienisch Gesprochene zu verlangsamen, das Verstehen etwas deutlicher zu machen.

Man kommt also, ggf. durch fleissiges Mitschreiben der richtigen Antworten, irgendwann zum Ende eines Kurses (Level 5) und kann meist auch mehrere Kurse gleichzeitig bearbeiten. So handhabe ich das beispielsweise, nach zwei oder drei Lessons "Food", dann zwei oder drei "Animals", und dann auch mal etwas schwierigeres, zwei Lessons Conjunktions oder Posessions; also vertiefende Gramatik.

Ab und zu wird in der kostenlosen Version auch etwas Werbung am rechten Rand eingeblendet, aber dezent, keinesfalls nervend. Gegen eine gewisse monatliche Gebühr kann man die Werbung auch ausblenden, aber dann kann ich ja gleich zu Babbel & Co. gehen.

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Seit Ende Januar 2019 bin ich nun dabei und wie in allen Tips&Tricks angeraten, so versuche ich kontinuierlich, also täglich mindestens 30 Minuten dafür aufzubringen. Parallel dazu habe ich mir zu den verschiedenen Kursen bzw. Themenbereichen (Substantive, Verben, Adjektive, Pronomen etc.) nach Singular&Plural, nach Maskulinum&Femininum einige Tabellen im PC angelegt, die ich ausdrucke und ggf. ergänze.

Den ersten Checkpoint nach acht komplet absolvierten Kursen habe ich geschafft, zu allen auch die vertiefenden Übungen auf Ebene fünf (teils mehrfach) hinter mich gebracht; und zunehmend gestaunt, dass ich mittlerweile Zusammenhänge erkenne, sprich: darüber dann kaum noch Fehler in den komplett absolvierten Themenbereichen mache.

Aktuell bearbeite ich sechs Themenbereiche gleichzeitig (Clothing, Questions, Present 1, Colors, Conjunction, Prepositions), die ersten bereits auf Level 3, die anderen auf 2 bzw. 1 - und mehr darf ich noch nicht, die Zukunft ist grau ...


Ja, die letzte, eher kurze Tour nach Italien fand erst vor wenigen Wochen, fand Anfang März statt. Da war noch nicht von dem neuen Wissen zu profitieren. Ab Mitte Juni bin ich wieder unten, mal sehen ...